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 Die Palastrevolution in Bulgarien

Die Palastrevolution in Bulgarien

10.11.2009 10:45:26

Die demokratische Wende in Bulgarien begann am 10. November 1989, einen Tag nach dem Fall der Berliner Mauer. Die Wende in dem osteuropäischen Land verlief im Stillen und viel Aufhebens.

Mehr als 33 Jahre regierte der Partei- und Staatschef Todor Zhivkov in Bulgarien. Anders denkende Parteifunktionäre hatte er frühzeitig ausgeschaltet, die Bevölkerung war straff organisiert: Fast jeder Erwachsene besaß ein Mitgliedsbuch irgendeiner kommunistischen Unterorganisation. Dennoch geriet das System Zhivkovs in den letzten Jahren seiner Regierung durch außen- und innenpolitischen Druck immer stärker ins Wanken. Dem Partei- und Staatschef war das bewusst, wie er am Tag seiner Absetzung zum Ausdruck brachte: "Diese Periode ist vorbei, sie geht unter, mit allen Konsequenzen. Diese Entwicklung hält schon seit zwei Jahren an, das System zerfällt und zerfällt und keiner kann das verhindern."

 

Widerstand wächst

Zwei Jahre zuvor hatte Michael Gorbatschow in der Sowjetunion seine Reformpolitik unter den Schlagworten "Glasnost und Perestrojka" eingeleitet. In Bulgarien erschienen daraufhin massenhaft Zeitungen und Zeitschriften mit dem Gedankengut der Perestrojka. Zhivkov missfiel das sowjetische Reformvorhaben. Der bulgarische Machthaber widersetzte sich dem Willen Moskaus zwar nicht offen, nahm aber nur einige "kosmetische" Veränderungen am System vor, statt echte Reformen einzuführen. Die Bulgaren waren enttäuscht und es baute sich allmählich ein innenpolitischer Widerstand gegen Zhivkov auf. Anfang 1988 wurden zwei oppositionelle Bewegungen ins Leben gerufen: Der "Unabhängige Verein für den Schutz der Menschenrechte" und das "Komitee für den Schutz von Russen". Deren Anliegen war es, die Bürger zu schützen. Sie waren jahrelang von einem Chemiewerk im benachbarten Rumänien mit Chlor vergiftet worden.

Die Ziele der Komitee-Mitglieder gingen weit über den Schutz der Menschen hinaus. In der Satzung stand: "Sie wollen gegen die offizielle Politik der Gleichgültigkeit und das Zurückhalten von Informationen vor der Bevölkerung vorgehen und auch das Kraftwerk Tschernobyl wurde erwähnt." Bis Ende 1989 wurden zehn weitere Organisationen gegründet, die ihren Platz in der politischen Landschaft gefunden und einen wichtigen Beitrag geleistet haben. Darunter ist auch der Club zur Unterstützung von Glasnost und Perestrojka, die Unabhängige Gewerkschaft Podkrepa und der Verein Ekoglsnost. All diese ofiziell nicht anerkannten Vereine verfolgten ganz unterschiedliche Ziele: Einige wollten das sozialistische System von innen reformieren, andere wollten es stürzen und die Demokratie einführen.

Unterstützung bekamen die Dissidenten-Organisationen aus dem Ausland - wenn auch nur symbolisch. 1988 besuchte der deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker Bulgarien und traf sich bei dieser Gelegenheit mit Vertretern der Opposition. Im Januar 1989 kam der französische Präsident Francois Mitterand nach Bulgarien und organisierte das so genannte "Frühstück mit Mitterand" in der französischen Botschaft in Sofia, an dem 12 Oppositionelle teilnahmen.

 

Putsch gegen Zhivkov

Im Herbst spitzte sich die Situation zu. Vom 16. Oktober bis zum 03. Nobember 1989 war das Land Bulgarien Gastgeber des Internationalen Umweltforums der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). Einige Tage zuvor startete der Verein Ekoglasnost in Sofia eine Unterschriftenaktion gegen umweltschädliche Regierungsprojekte. Die Polizei ging gegen die Aktivisten rigoros vor. Am 26. Oktober verprügelten und verhafteten die Polizisten zwanzig Menschen. Doch Ekoglasnost war nicht die einzige Organisation, die aktiv wurde: Auch andere oppositionelle Bewegungen gingen gezielt an die Öffentlichkeit. Sie gaben erste Pressekonferenzen, organisierten öffentliche Veranstaltungen und Protestkundgebungen gegen das Regime.

Um das System zu stürzen war der Druck jedoch noch nicht stark genug. Der Widerstand braute sich im Politbüro weiter gegen Zhivkov zusammen. Außenminister Peter Mladenov nutzte die Situation aus und riß das Ruder an sich. Er sicherte sich die Unterstützung Moskaus und putschte gegen Zhivkov. Am 10. November verkündete der damalige Premier Georgi Atanassov bei einer Versammlung des Zentralkomitee (ZK): "Das Politbüro hat sich mit allen Aspekten des Problems beschäftigt und einstimmig entschieden, dem ZK vorzuschlagen, den Antrag des Genossen Todor Zhivkov anzunehmen und ihn von seinen Ämtern zu entbinden." Auch sein Posten als Staatschef solle er aufgeben.

Mladenov wurde zum Parteichef und zum Präsidenten ernannt. Die Demonstrationen gingen jedoch weiter. Am 18. November nahmen zum ersten Mal 150.000 Menschen an einer Kundgebung in der Hauptstadt Sofia teil. Sie forderten den Rücktritt der kommunistischen Regierung und die Streichung der führenden Rolle der KP aus der Verfassung. Am 7. Dezember vereinigten sich mehrere Dissidenten-Gruppen in der ersten oppositionellen Partei, der Union der demokratischen Kräfte (UDK).

 
Ein Jahr später - freie Wahlen


Unter dem öffentlichen Druck sah sich die Kommunistische Partei gezwungen, Gespräche mit der Opposition aufzunehmen. Die Grundsätze für die künftige Entwicklung des Landes wurde verabschiedet. Festgelegt wurde auch ein Termin für die ersten demokratischen Wahlen. Auf Drängen der KP sollte das Votum so schnell wie möglich abgehalten werden. Im Sommer 1990 war es dann soweit: Das Ergebnis war für die Oppposition erschreckend - sie hat die Wahlen an die ehemaligen Machthaber verloren. Oppositionsführer Zhelju Zhelev war überzeugt davon, dass er die Wahlen gewinnen würde. Am Tag der Niederlage trat er an die Öffentlichkeit: "Wir dachten, dass die Situation überall so ist wie in den Großstädten. In Sofia, Varna oder Plovdiv haben die ehemaligen Kommunisten keine Chance gehabt, eine Demonstration zu organisieren." Das Parteiensystem der ehemaligen Kommunisten habe jedoch weiterhin funktioniert. "Sie hatten das Geld, die Waffen, die Medien. Alles, einfach alles."

Erst ein Jahr später, bei den zweiten demokratischen Wahlen, hat die Union der Demokratischen Kräfte gewonnen. Die Palastrevolution hatte das Volk erreicht.

 

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SAMUEL, Prophet
SAMUEL, Prophet
20.08.2019 08:00:00
Namenstag von allen, die den Namen Samuil tragen.Samuel wurde von seiner Mutter Gott geweiht und vom Hohenpriester Eli am Heiligtum in Silo - dem heutigen Selun - erzogen. Gott offenbarte ihm das Gericht über Eli um dessen gottloser Söhne willen und berief Samuel damit zum Propheten. Er wurde gleichzeitig der letzte in der Reihe der "Richter", der Vorgänger der Könige in Israel; als solcher gelang ihm die Befreiuung des Volkes von den Philistern und die Rückführung des Volkes zu den oft vergessenen Satzungen Gottes.
St. IVAN RILSKI (bekannt auch als St Johannes von Rila)
St. Ivan Rilski lebte in verschiedenen Stätten bis er sich in dem wunderschönen Rila-Gebirge einsiedelte. Als immer mehr Schüler sich ihm anschlossen, gründete er das Kloster Rila, das er leitete und das schnell aufblühte.Johannes legte Wert darauf, dass zum Mönchsleben auch körperliche Arbeit gehört. Er machte viele Wunder und ist heute für Patronheiliger von Bulgarien erklärt.
SVETA BOGORODITSA / GOLJAMA BOGORODITSA (Mariä Himmelfahrt)
Die Orthodoxe Kirche nennt diesen Tag "Dormition", "Entschlafung" MariensAn Mariä Himmelfahrt feiern alle, die Maria, Mariana, Mara, Martscho, Mario heißen, ihren Namenstag.Mariä Himmelfahrt ist eines der größten Feste im bulgarischen Festkalender. An diesem Tag durfte man früher keine Arbeit verrichten. Die Kranken verbrachten die Nacht auf Mariä Himmelfahrt unter freiem Himmel, an heilenden Stätten. Am frühen Morgen brachte man die ersten Früchte des Jahres – Wassermelonen, Weintrauben und Honig – in die Kirche, um geweiht zu werden. „Vor Mariä Himmelfahrt wird der Stroh zu Getreide, nach Mariä Himmelfahrt wird das Getreide zu Stroh“, besagt ein altes bulgarisches Sprichwort.Früher war das eine feste Regel – bis Mariä Himmelfahrt musste der Drusch abgeschlossen sein. Nach alter Tradition brachte man das Getreide vor Mariä Himmelfahrt nach Hause, wo die Drescharbeit begann. Die Tochter in der Familie saß im Fuhrwagen vom Feld bis ins Dorf und die Hausherrin begrüßte die Arbeiter mit frischem Wasser. An Mariä Himmelfahrt musste man die Ritualbrote vom Mehl der neuen Ernte zubereiten. Man glaubte früher, wenn es an Mariä Himmelfahrt regnet, dann wird die Ernte im nächsten Jahr noch besser sein. Es musste auch ein Lamm geschlachtet werden, das zuvor vom Priester geweiht wurde.Da am Mariä Himmelfahrt die zweiwöchige Fastenzeit abgeschlossen worden ist, schenkte man den Nachbarn Fleisch und Ritualbrote und sprach dabei: „Die Heilige Mutter Gottes soll euch in Not helfen!“In manchen Regionen Bulgariens ehrte man an diesem Tag auch die Stiere, die mit grünen Pflanzen und Blumen geschmückt wurden. Es gab auch ein alter Aberglaube, an Mariä Himmelfahrt keine roten Gegenstände zu berühren. Sonst glaubte man, dass die Tiere im Stall Blut spucken werden.
VERKLÄRUNG JESU
VERKLÄRUNG JESU
06.08.2019 07:43:00
Die Orthodoxe Kirche feiert am 6. August die Verklärung Jesu. Nach der Legende festigte Jesus Christ den Glauben seiner Jüngster in seiner Göttlichkeit, indem er sich auf einem hohen Berg vor den Augen von Petrus, Jacobus und Johannes verwandelte.„ Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie Licht". Jesus und den ihn begleitenden Petrus, Jakobus und Johannes erschienen Mose und Elia, aus den Wolken sprach eine Stimme: "Siehe, das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe".Obwohl das Fest der Verklärung in die Fastenzeit vor Mariä Himmelfahrt fiel, durfte man an diesem Tag Fisch essen. Am Fest der Erscheinung Christi durfte man früher zum ersten Mal Weintrauben pflücken und essen. Zuvor mussten die Trauben vom Priester geweiht werden, damit es auch im nächsten Jahr Trauben gibt.
MAKAWEJ - Tage - 1.-12. August
MAKAWEJ - Tage - 1.-12. August
01.08.2019 09:00:00
Die 12 Makawej-Tage hatten mit der Wettervorhersage zu tun. Der erste Tag stand für September, der zweite – für Oktober, der dritte – für November usw. Wie das Wetter am jeweiligen Tag war, so sollte es im entsprechenden Monat sein.Am ersten dieser Tage, genannt Egus, feierten die Frauen. An diesem Tag versammelte der Schwiegervater seine Schwiegersöhne, um gemeinsam zu feiern. Zum Abschluss der Feier gingen die Schwiegersöhne durch das ganze Haus und durch den Garten, um allen Ecken des Hauses Fruchtbarkeit zu spenden. Man glaubte, dass jedem, der an diesem Tag arbeitet, das Haus abbrennen wird.               
ST. PANTELEIMON, der Nothelfer ( Pantaleonstag )
Namenstag von allen mit den Namen Pantelej, Dobra, Dobrin, Dobrina.Im Volksmund bezeichnete man den Hl. Pantaleimon als Pantaleon, den Reisende. Die Bezeichnung des Tages ist aus dem Altgriechischen abgeleitet und bedeutet hilfsbereit. Am Tag des Hl. Pantaleimon betete man, dass es keine Überflutungen gibt. Am Tag des Hl. Pantaleimon feierten auch alle Heiler und Kräuterfrauen, weil der Heilige alle Krankheiten kurieren konnte.Legenden der Bulgaren, die am Asowschen Meer angesiedelt sind, erzählen über den alten Glauben, dass sich die Störche am Tag des Hl. Pantaleimon auf den Weg machten, um den Schnee zu holen.Pantaleimon war Sohn eines heidnischen Vaters und einer christlichen Mutter. Schon als Kind erkannte er seine Heilkräfte, er wurde in der Arzneikunst ausgebildet und von einem weisen Priester namens Hermolaus bekehrt und getauft. Als er im Beisein seines Vaters durch Anrufung Christi einen Blinden sehend machte, bekehrte sich auch der Vater.Kaiser Maximian wählte sich den Könner als Leibarzt. Als Pantaleimon seine Frau erzählte, dass er Christ sei und versuchte, auch sie zu bekehren, wurde das Gespräch belauscht, und Pantaleimon beim Kaiser denunziert. Der soll daraufhin abgedankt und sich freiwillig in die Verbannung begeben haben.Der Nachfolger ließ Pantaleimon verhaften und anklagen, aber seine Standhaftigkeit konnte auch durch Geißelung, Hunger und andere Martern nicht erschüttert werden; schließlich spaltete ein Schwertschlag, der ihn enthaupten sollte, dem an einen Ölbaum gebundenen Pantaleimon das Haupt. Aus seiner Wunde sei danach kein Blut, sondern Milch geflossen.
St. Anna –Sommerfesttag ( St. Anna –Sommerfesttag (Tag der Entschlafung)
Namenstag von allen mit den Namen Anna, Jana, Enko.Das ist der zweite Tag, an dem man die Heilige Anna verehrt (Dezember, 9. - ANINDEN (St. Anna’s Tag – Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter).
Heute ist ILINDEN (Eliastag)
Heute ist ILINDEN (Eliastag)
20.07.2019 09:00:00
An diesem Tag feiern alle, die den Namen des Hl. Elias tragen (auf Bulgarisch: Ilija ) ihren Namenstag: Ilija, Iliana, Ilian, Ilko, Ilka. Das Fest Eliastag steht im Zusammenhang mit dem slawischen Gott des Donners und der Gewitter Perun. Es war früher Brauch, am Eliastag den ältesten Hahn zu schlachten. Dadurch wurden die Hühner im Stall jünger. Den Hahn verstand man als Symbol der Manneskraft und deshalb galten die Bräuche am Eliastag den Junggesellen.Auf dem Dorfplatz versammelten sich die Junggesellen. Derjenige von ihnen, der glaubte, er sei reif genug, um eine Familie zu gründen, bekam vom ältesten Junggesellen einen roten Gürtel geschenkt. Der Gurt wurde von der Mutter oder der Schwester des heiratswilligen Burschen gewebt. Während der älteste Junggeselle den neuen Gürtel schnallte, segnete er den Burschen mit den Worten: „So, wie ich dir den Gürtel anbinde, so sollst du auch eine Braut an dich binden!“ Dann tanzten die Junggesellen einen speziellen Reigentanz und der heiratsfähige Bursche galt als reif genug, um eine eigene Familie zu gründen. Das Fest ging an einer gemeinsamen Festtafel weiter. Am Eliastag haben auch alle Handwerker, die Leder verarbeiten, ihren Festtag. Elia war der größte Prophet im Nordreich Israel. Sein Anliegen war die ausschließliche Verehrung Jahwes. Er wirkte in der Zeit heftiger Auseinandersetzungen zwischen dem alten Baals-Kult und dem Glauben an Jahwe, den Gott Israels.
Freiheitsapostel Vassil Levski
Freiheitsapostel Vassil Levski
18.07.2019 09:00:00
Bulgarien feiert den Geburtstad von Vassil Levski, Ideologe und Organisator der Befreiungsbewegung des bulgarischen Volkes gegen das osmanische Joch.